
Anlässlich des Erdebens in Japan und der daraus verursachten Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima, habe ich die die ursprünglich für den Piloten geplante Sendung ersteinmal in die Schublade gelegt; sie wird demnächst an dieser Stelle veröffentlicht. Anknüpfend an die Sendung mit Dr. Sebastian Pflugbeil bei den Elementarfragen, habe ich mich erneut mit ihm getroffen, um über die Situation in Japan, Atomkraft an sich und über Atompolitik zu sprechen. Diese Folge erscheint nicht bei den Elementarfragen, da ich diesen Podcast ab sofort eher für in sich geschlossene Portraits reservieren möchte und nicht für spontane Sendungen zu aktuellen Themen. Neue Folgen der Elementarfragen werden folgen, ich bitte an der Stelle um noch ein wenig Geduld.
Dieses Interview möchte keine exakte oder vollständige Informationssendung zu der technischen Situation in Fukushima sein. Mir ging es vielmehr darum, Dr. Pflugbeils generellen Eindrücke und Einschätzungen bzgl. der behandelten Themen zu erfahren. Für Informationen bezüglich der technischen Situation in Fukushima möchte ich an dieser Stelle die Folge 14 des Podcasts Alternativlos empfehlen.
Dr. Pflugbeil war als Bürgerrechtler, als Mitglied des sogenannten Runden Tisches und als Mitbegründer des Neuen Forums in der DDR eine der wesentlichen Schlüsselfiguren im Prozess der Wiedervereinigung der BRD. 1990 war er Minister ohne festen Geschäftsbereich in der letzten DDR-Regierung unter Hans Modrow und ist einer der wenigen Menschen, die den explodierten Reaktorblock von Tschernobyl von innen inspiziert haben. Ende 2001 initiierte er den Aufruf „Wir haben es satt“, der von früheren Vertretern der DDR-Opposition unterzeichnet wurde.
UPDATE: An english transcript of the complete interview can be downloaded here. A huge thank you goes to Viola Drewanz for the work!
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[...] Also, wenn ihr eine gute Stunde Hörmaterial zum Thema Fukushima hören wollt, dann findet ihr hier eine Datei verlinkt. Und wenn ihr ihn noch nicht gehört haben solltet (was ich mir nur schwer [...]
Via Identi.ca
http://identi.ca/notice/68921922
Podcast Empfehlung: NSP01 (Fukushima & Atomenergie) – http://ur1.ca/3ppu1 » Podcast von Nicolas Semak von http://elementarfragen.de
Ps. Wieder mal ein sehr guter Podcast von Dir. Danke
Sehr hörenswert. Ein solches Gespräch bringt mehr Erkenntnisgewinn als dutzende Expertenrunden der letzten Wochen. Vielen Dank!
Ist sehr beschämend, wie wenig man im Bilde ist und noch mehr enttäuschend, wie viele Personen, die es eigentlich sein sollten, mit einem gleichziehen.
Vielen Dank für diese Sendung!
Hi Nicolas,
bin über Twitter auf NSP aufmerksam geworden und hab mir die erste Folge direkt heute morgen runtergeladen und auf dem Weg zur Arbeit angehört.
Dr. Pflugbeil ist ein super interessanter Gesprächspartner, welchem man gerne zuhört.
Tolle, wenn auch erschreckende Infos, die ihr in eurem Gespräch rüber gebracht hat.
Aber alleine wenn man die Sache mit dem kerntechnischen Regelwerk hört, da könnte man ja schon ordentlich kotzen.
Den Podcastfeed hab ich auf jeden Fall mal abonniert und die letzten Flattr-Klicks für diesen Monat verteilt.
Viele Grüße
Nico
Dank an Dr. Pflugbeil und Dich für das ausführliche und informative Interview!
sehr guter Podcast
Schon der andere Podcast ( http://elementarfragen.de/2010/06/ef03-tschernobyl ) mit euch beiden war sehr sehr gut !
Die Thematik sehr gut aufgearbeitet !
Die Studie zu den Leukämiefällen ,die zunehmen, um so näher Kinder an Atomkraftwerken aufwachsen – hat mich schon sehr geschockt – auch die Reaktion der SPD …
Grüße und weiter so !
Dass diese ganzen “Experten-Interviews” im Fernsehen&Rundfunk nur begrenzten und verkürzten Informationsgehalt haben, fällt eigentlich einer/m halbwegs durchblickende/n Beobachter/in auf.Besonders entlarvend finde ich wirklich (wie auch beim Elementarfragen-Beitrag) Pflugbeils Äußerungen, wenn er die aktuelle Mediensituation mit der Zeit in der DDR vergleicht.
Auch sehr erschreckend fand ich (als langjähriges ehemaliges Parteimitglied) seine Feststellung, dass die Grünen im Bundestag auch nach 2005 für kritische Anti-AKW-Experten keine verlässlichen Partner/innen mehr sind. Das war mir nicht so bewusst.
Vielen Dank für dieses Interview! Weiter so.
[...] ist einer, der kompetent und mit Gelassenheit über Fukushima reden kann. Wieder mit @nsemak http://nicolassemak.de/?p=734 [...]
Frisch am hören
DAnke schon soweit!!
diffenrenziert, kompetent, ausführlich, direkt, trocken aber nicht gleichgültig. einfach nur gut. hat sehr viel in mir (wieder) angeregt. vielen dank!
Vielen Dank für dieses ausführliche Interview! Ich könnte Dr. Pflugbeil noch Stunden zuhören.
Einen ganz herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Ruhig und sachlich und mit der umso notwendigen Kompetenz.
Ich lebe mittlerweile 1,5 Jahre in Tokyo und merke hier jeden Tag wie ein Balanceakt nachdem nächsten Vollzogen wird. Besonders nach der heutigen Kenntnis das mehrer Millionen Liter wie auch immer stark oder weniger stark radioaktiven Wassers in den Pazifik gepumpt wurde.
Würde mich freuen wenn es zu den Umweltaspekten auch noch weitere Beiträge in diesem Podcast gibt. Ich habe meinen Kollegen die aus einem internationelen Umfeld stammen den Podcast ans Herz gelegt, leider bin ich jedoch der einzie deutschsprachige in unserem Team. Gibt es ein englisches Transkript des Gesprächs. Ich denke das ist durchaus für die internationale Gemeinde ein sehr wertvoller Beitrag.
[...] (besonders: Tschernobyl-Episode mit Dr. Sebastian Pflugbeil [Dr. Pflugbeil war auch noch einmal bei NSP zum Thema Fukushima], Abschweifen-Episode mit Holger Klein und die Episode mit Harald [...]
@Stephan: es existiert leider (noch) kein englischsprachiges Transskript. Ich weiß auch nicht, ob ich in nächster Zeit dazu komme eines anzufertigen. Sollte einer der Hörer Lust und Zeit dazu haben, wäre das großartig! Ich werde mir dann auch ausdenken, wie ich mich erkenntlich zeigen kann.
Nochmal was als Ergänzung: Auf die Frage des Moderators bzgl. der “Fernwirkung” der direkten Strahlung eines defekten AKW hat Herr Pflugbeil leider nur sehr undeutlich geantwortet (wohl weil die naive Vorstellung des Moderators zu abwegig für ihn als Experten war).
Also vorweg: Es gibt 3 Arten der “Strahlung”. Alpha, Beta und Gamma-Strahlung. Alpha-Strahlung besteht aus sich schnell bewegenden Heliumkernen (“große” Materieteilchen), Betastrahlung besteht aus schnell fliegenden Elektronen (kleine Materieteilchen), Gammastrahlung besteht aus energiereichen elektromagnetischen Wellen (ähnlich Licht, wie Röntgenstrahlung).
Alphastrahlung durchdringt Materie (z.B. Luft, Wände) nicht sonderlich gut, Beta-Strahlung durchdringt Materie schon besser (kommt aber bspw. nicht durch eine dünne Betonwand), Gammstrahlung durchdringt Materie sehr gut.
Wichtig ist dabei: Je schlechter eine Strahlenart Materie durchdringt, um so stärker gibt diese Strahlung die enthaltenen zerstörerische (“giftige”) Energie an das “absorbierende” Material ab.
Nun zur Problematik der strahlenden Reaktoren:
Also die direkte Strahlung aus einem havarierten AKW wird keine 200km entfernte Grosstadt “auslöschen”. Diese direkte Strahlung beeinflusst maximal die Arbeiten direkt vor Ort im AKW. Diese direkte Strahlung ist wie Licht und in 200km schon viel zu “dunkel”.
Das eigentlich Gefährliche an Reaktorunglücken ist das Austreten von (sehr vielen, sehr kleinen) radioaktiven Partikeln (z.B. mit dem Dampf aus dem Reaktorkern). Diese Partikel zerfallen mit der Zeit und geben dabei Strahlung ab. Die Partikel werden vom Unglücksort durch Wind und Wasser abtransportiert und verteilt. Diese Partikel liegen dann also irgendwo rum und strahlen über Jahrzehnte/Jahrhunderte/Jahrtausende. Diese strahlenden Partikel findet sich dann im Trinkwasser, im Regen, im Meer, im Fisch, im Gemüse und so gelangt die Strahlung letztlich direkt in unseren Körper. Einmal im Körper kann die von diesen Partikeln abgegebene Strahlung ihre unheilvolle Wirkung entfalten.
Das Problem dabei ist vor allem, dass die ansonsten leicht abzuschirmende besonders “intensive” Alpha/Betastrahlung direkt in Körpergewebe absorbiert wird und dort eben dann entsprechend verheerend wirkt.
Ist man mit radioaktiven Partikeln in Berührung gekommen (Haut) oder hat diese gar aufgenommen (Essen, Lunge …), so bezeichnet man das als _Kontamination_. Diese ist _wesentlich_ übler als eine Exposition mit äußerlicher harter Strahlung (z.B. durch Röntgen). Häufig wird von Atomkraftbefürwortern beim Vergleich von Strahlungswerten ja irreführenderweise auf Transatlantikflüge, CTs oder Mammographien verwiesen. Soviel noch dazu.
Hast Du ein Transkript auf deutsch? Ich würd das sehr gern ins englische übersetzen, fiele mir aber wesentlich leichter, wenn ich was geschriebenes hätte…
Danke im Übrigen für dieses Interview – hab’s erst heute durch Zufall gefunden und bin sehr, sehr – naja begeistert ist das falsche Wort für so ein Thema… Erleichtert vielleicht, daß es doch noch möglich ist, über die 2 1/2 Minuten hinaus Dinge zu erfahren.
Ich werde versuchen, so bald wie möglich, ein deutsches Transkript zu erstellen. Werde es dann hier verlinken.
Danke für das Übersetzungsangebot!
Vielen Dank für das Interview!
Auch wenn ich Herrn Pflugbeil nicht in allem zustimme, war es doch sehr anregend, über seine Thesen nachzudenken und sie mit dem eigenen physikalischen Wissen zu vergleichen. So und nicht anders sollte guter Journalismus aussehen.
Besten Dank für die netten Worte, Hannes!
Danke für den sehr sehr guten Podcast. Meines Erachtens wäre es fast Zeit für ein Update. Irgendwie sind jetzt drei Monate ins Land gegangen und die Japaner schrauben immer noch hilflos herum und die Welt guckt wo anders hin.
Da kann ich Björn nur zustimmen, ein Update wäre irre interessant. Neugierig wäre ich vor allem auch auf die Einschätzung von Dr. Pflugbeil zu Paks, Bohunice und Dukovany, wo mitten in Europa noch sowjetische Reaktoren werkeln. Ich habe mich jedenfalls bei den bisherigen beiden Podcasts mit ihm gefragt, warum er darauf nicht eingeht. Dabei wäre es interessant, von einem absoluten Gegner der Kernenergie mal zu hören, wie er das Risiko dieser Anlagen bewertet, vor allem auch im Vergleich zu den westlichen Baulinien.
[...] 30. März 2011 veröffentlicht Nicolas in seinem Blog ein weiteres Interview mit Sebastian Pflugbeil, das vor ein paar Tagen als achte Folge der Elementarfragen nachträglich veröffentlicht wurde: Er [...]
Sehr gute Folge, eben zum zweiten Mal gehört.
fyi: Der Link auf das englische Transkript gibt einen 404er Errör.