Therapieland | Start Up

Unter dem Titel Therapieland erschien vor einigen Tagen eine neue Podcastserie bei Deutschlandfunk Kultur, in der sich die Journalistin Pia Rauschenberger und der Verhaltenstherapeut Thorsten Padberg mit dem weiten Feld der Psychotherapie beschäftigen. Unter erzählerischer Einbeziehung von Fällen einzelner Patient*innen und Perspektiven mehrerer Therapeut*innen beschäftigt sich der Podcast mit allgemeinen Fragestellungen zum Ablauf einer Therapie, grundsätzlichen Charakteristiken der unterschiedlichen Therapiedisziplinen und beschreibt beispielhaft mögliche Dynamiken zwischen Therapeut*in und Patient*in. Auch wenn nachvollziehbarerweise viele Aspekte mehr angerissen als wirklich veftieft behandelt werden, fand ich die Reihe gut gelungen, um der komplexen Thematik angemessen zu begegnen. Außerdem glaube ich, dass sie Menschen, die sich fragen, ob eine Psychotherapie für sie in Frage kommt, einige Verunsicherung nehmen kann. Das erschien mir nach dem Hören der relevanteste Punkt zu sein.

Die erste Staffel des Podcasts Start Up von Gimlet Media war für die internationale Landschaft von Podcastmacher*innen sicherlich sehr prägend. Die in der Tradition US-amerikanischer, erzählerischer Podcasts produzierte Serie behandelte die Geschichte des Radio- und Podcastmachers Alex Blumberg, der ohne jegliche unternehmerische Erfahrung ein Start Up zur Produktion von Podcasts gründet. Viele Produzent*innen fühlten sich von der nachvollziehbaren und unterhaltsam erzählten Geschichte inspiriert. Auch mir und einigen Kolleg*innen in unserem damaligen, gemeinschaftlich betriebenen Büro für Audioschaffende „Radiobüro“ erging es ähnlich. Die Serie war dann letztlich auch ein motivierender Baustein für die Gründung unseres Podcastlabels Viertausendhertz. In der gerade gestarteten, nun als „final“ bezeichneten Staffel erzählt der Podcast von Schwierigkeiten aus dem Innenleben des nach außen so erfolgreich wirkenden Unternehmen. Kennt man die Geschichte von Gimlet, weiß man, dass der Musikstreamingdienst Spotify die Firma vor einigen Monaten einkaufte, was der Erzählung des aus dem Nichts erschaffenen Unternehmen sozusagen ein natürliches dramaturgisches Ende setzt. Bisher ist die erste Folge erschienen und aus unserer Sicht als Labelbetreiber finden sich hier überraschend viele Schilderungen uns bekannter Probleme und Herausforderungen im nachhaltigen Betrieb einer Podcastproduktionsfirma. Wie auch die erste scheint mir auch diese finale Staffel spannend zu werden, auch wenn durch die Art der Erzählung und den Auftritt der Protagonisten ein popmärchenhafter Seifenopergeschmack vorherrscht, der vemuten lässt, dass hier eine Geschichte zugunsten der Spannung und mythenhafter Selbstdarstellung zumindest teilweise zurechtgebogen wird.

Die erste Folge von Therapieland habe ich in meinen Empfehlungspodcast aufgenommen, den man hier kostenlos abonnieren kann.