Gestern war ich zu Gast bei Marcus Richter beim Chaosradio / Blue Moon im Studio von Fritz vom RBB. Zusammen mit Maha und Elektra versuchten wir, die Untiefen der Podcastproduktion zu durchdringen und die Materie begreiflicher zu machen. Ich weiß nicht, ob uns das tatsächlich gelungen ist, aber hört selbst…
So, nun war ich doch tatsächlich mal im echten Radio. Der liebe Marcus Richter von Radio Fritz Berlin hat mich besucht, um mich einerseits zum Podcasting und andererseits zu Flattr auszufragen. Auch wenn ich bezüglich des langfristigen Erfolgs von Flattr nach wie vor ein wenig skeptisch bin, freue ich mich sehr über den momentanen Verlauf der Dinge und möchte jeden einzelnen dazu motivieren, seine eigenen Inhalte flattrbar zu machen, um die Philosophie des Social Payments zu unterstützen und der Idee zu einer größeren Bekanntheit zu verhelfen.
In dieser Folge verschlägt es mich in das Computerspielemuseum Berlin. Direktor Andreas Lange erzählt über die Entstehungsgeschichte des Museums, dessen Zielsetzungen und seine eigene Faszination für das Thema Kultur der Computerspiele. Anschließend führt er mich noch ein wenig durch die Ausstellung, zeigt mir ein paar seiner liebsten Exponate und konfrontiert mich mit der wohl schmerzhaftesten Art und Weise zu spielen: der Painstation. Allen, die sich für die Kultur und Geschichte von Computerspielen, Homecomputern und Spielekonsolen interessieren, möchte ich einen Besuch im Museum sehr empfehlen. Das Musikstück “Pharmacokinetik” in dieser Folge stammt vom großartigen Binärpilot.
Anlässlich des Erdebens in Japan und der daraus verursachten Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima, habe ich die die ursprünglich für den Piloten geplante Sendung ersteinmal in die Schublade gelegt; sie wird demnächst an dieser Stelle veröffentlicht. Anknüpfend an die Sendung mit Dr. Sebastian Pflugbeil bei den Elementarfragen, habe ich mich erneut mit ihm getroffen, um über die Situation in Japan, Atomkraft an sich und über Atompolitik zu sprechen. Diese Folge erscheint nicht bei den Elementarfragen, da ich diesen Podcast ab sofort eher für in sich geschlossene Portraits reservieren möchte und nicht für spontane Sendungen zu aktuellen Themen. Neue Folgen der Elementarfragen werden folgen, ich bitte an der Stelle um noch ein wenig Geduld.
Dieses Interview möchte keine exakte oder vollständige Informationssendung zu der technischen Situation in Fukushima sein. Mir ging es vielmehr darum, Dr. Pflugbeils generellen Eindrücke und Einschätzungen bzgl. der behandelten Themen zu erfahren. Für Informationen bezüglich der technischen Situation in Fukushima möchte ich an dieser Stelle die Folge 14 des Podcasts Alternativlos empfehlen.
Dr. Pflugbeil war als Bürgerrechtler, als Mitglied des sogenannten Runden Tisches und als Mitbegründer des Neuen Forums in der DDR eine der wesentlichen Schlüsselfiguren im Prozess der Wiedervereinigung der BRD. 1990 war er Minister ohne festen Geschäftsbereich in der letzten DDR-Regierung unter Hans Modrow und ist einer der wenigen Menschen, die den explodierten Reaktorblock von Tschernobyl von innen inspiziert haben. Ende 2001 initiierte er den Aufruf „Wir haben es satt“, der von früheren Vertretern der DDR-Opposition unterzeichnet wurde.
UPDATE: An english transcript of the complete interview can be downloaded here. A huge thank you goes to Viola Drewanz for the work!
Ich bekomme schon seit einiger Zeit sehr viele Nachfragen bezüglich meiner eingesetzten Audiotechnik und insofern schreib ich hier jetzt mal ein paar Dinge, die den Interessierten unter Euch eventuell ein wenig weiterhelfen könnten.
Zu Beginn habe ich einfach die Beyerdynamic-Headsets in den Edirol gesteckt, mit einem Billig-Behringer-Kopfhörerverstärker verbunden und losgepodcastet. Das klappte vorerst auch recht gut; der R-44 hat schöne Mikrofonvorverstärker und ist an sich auch ein ziemlich guter, allerdings auch etwas überteuerter 4-Spur-Fieldrecorder. Mit der Zeit kam das Bedürfnis nach Kompression, Livesendungen inkl. Skypekonferenzen und somit auch nach Routing bzw. Mixingmöglichkeiten hinzu. Um dies alles zu realisieren, kommen nun die erwähnten Audiointerfaces zum Einsatz, die mir ermöglichen, unterschiedliche Mixes an die verschiedenen Empfänger (Stream, Moderatoren / Gesprächspartner, “Studiomix” etc.) zu senden, mehrspurig am Computer aufzunehmen und das ganze auch noch schön klingen (d.h. komprimiert und limitiert) zu lassen.
Die Suche nach Optimierungsmöglichkeiten ist noch lange nicht abgeschlossen und insofern bin ich für Anregungen aber natürlich auch für Fragen in den Kommentaren immer dankbar.
Es hat eine Weile gedauert, aber nun geht’s endlich los mit meinem persönlichen Podcastfeed. Dieser Podcast wird meine kleine Deponie für Versuche und Experimente, die ich in nächster Zeit im Audiobereich so vorhabe. Denkbar sind beispielsweise Dokumentationen, Features, Interviews, Vor-Ort-Reportagen und vieles mehr; eben alles, was so an Ideen aus mir herausfällt. Unterhaltsam und informativ soll es werden und ich hoffe sehr, dass ihr es derartig empfinden werdet. Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß dabei und freue mich natürlich sehr über Feedback!
Letzten Samstag war ich gerade auf dem Heimweg, saß im Auto und hatte kurz zuvor, wie an vielen Tagen in der letzten Zeit, über die Formulierung einer Email an Christoph Schlingensief nachgedacht. Anfang Juli hatte ich eine sehr freundliche und wohlwollende Antwort auf eine Interviewanfrage erhalten, mit der Bitte, mich doch Ende August nocheinmal zu melden, damit man ein Treffen vereinbaren könne.
Für meinen Interviewpodcast wollte ich mit Christoph Schlingensief über das Thema des persönlichen und gesellschaftlichen Umgangs mit Krankheit und Tod sprechen. Ich hatte bereits meine erste Anfrage viele Wochen lang überlegt, die Idee aber immer wieder verworfen. Aus Respekt vor seiner Zeit und aus Unsicherheit darüber, ob ich seinem energiegeladenen, kraftvollen und komplexen Reflektieren im Gespräch gewachsen wäre.
Es war die Erinnerung an eine kurze, schon länger zurückliegende, persönliche Begegnung mit ihm und die Fernsehwiederholung seines Auftritts in der Talkshow 3nach9, die mir erneut bewusst machten, dass mich die außergewöhnlich herzliche Unvoreingenommenheit, wie man sie häufig nur bei kleinen Kindern erlebt, die ein Zulächeln aus der Ferne so ungewohnt offen erwidern, immer am meisten an Christoph Schlingensief beeindruckt hat.
Unter dem Eindruck dieser Erinnerung traten die Bedenken in den Hintergrund und ich schrieb dann an einem Abend Ende Juni eine erste Anfrage. Die positive Antwort erzeugte in mir eine große Freude über die Möglichkeit eines solchen Gesprächs Ende August und ich begann mich innerlich auf die Begegnung und das Thema vorzubereiten. Im Verlauf des Julis hörte ich von der Absage der Aufführung von S.M.A.S.H. bei der Ruhrtriennale aufgrund eines schweren Krebsrückfalls, was mich sehr schockierte.
Innerlich trug ich in der folgenden Zeit aber vor allem ein Gefühl mit mir herum, das Elfriede Jelinek am vergangenen Wochenende in einen simplen Satz packte: “Ich dachte immer, so einer kann nicht sterben.” – Dieses merkwürdig sichere Gefühl manifestierte sich vor allem darin, dass ich, trotz der schlimmen Neuigkeiten, ausschließlich darüber nachdachte, wann und auf welche Art ich mich wieder melden sollte.
Letzten Samstag, Ende August, beginnen die Nachrichten auf Radio Eins.
“Der Theater- und Filmregisseur…”
Ab und zu hört man im Leben Dinge, die einen sich plötzlich hektisch nach einem Ausweg aus der Realität umsehen lassen. Wie ein bis ins Mark erschrockene Tier nach einem lauten Knall.